die restaurierte Orgel

die Pfeifen im Positiv

einer der drei Keilbälge

(Windversorgung)

neue Lederbahnen

für die Windladen

 die alte Pedalwindlade mit 

Wellenbrett (Windkasten neu)

 das Hauptwerk-Wellenbrett

die Klaviaturen 

 die Schwerter 

 die Registermechanik

 

 ausgetauschte Teile

der Zungenpfeifen

 

 die Engel musizieren mit

 
 

  Restaurierungsbericht
   
   
 

Die Gatto-Orgel in Weissenkirchen

 

                                       von 1774

   
  Nun, nachdem die Restaurierung der Gatto-Orgel abgeschlossen ist, erstrahlt
  sie wieder in vollem Glanz. Doch bis das möglich war, bedurfte es einiger
  Arbeit.
  Da nicht nur der Zahn der Zeit sowie auch der Holzwurm kräftig an diesem 
  barocken Juwel genagt hatten, sondern in den vergangenen Jahrhunderten 
  einige einschneidende Veränderungen am gesamten Instrument vorgenommen
  wurden, war eine gründliche Restaurierung notwendig geworden. Ziel war es,
  die noch vorhandene alte Substanz zu wahren und fehlende Teile originalgetreu
  zu rekonstruieren.
  Nachdem die Orgel in der Kirche genauestens vermessen und gezeichnet 
  wurde, alle Details fotografiert, Stimmversuche an den aussagekräftigsten
  Pfeifen und auch Winddruckproben genommen wurden, stand dem Abbau 
  nichts mehr im Wege.
  Dazu entfernten wir zuerst den ganzen Zierrat als auch die Schleierbretter vom
  Gehäuse und beschrifteten diese, um später Vertauschungen auszuschließen.
  Daraufhin wurden die Prospektpfeifen ausgebaut und mit durchnummerierten
  Aufklebern versehen, um Mehrfachbeschriftungen zu vermeiden. 
  Anschließend galt es, die Innenpfeifen auszubauen und für den Transport sorg-
  fältigst zu verpacken.
  Nach einer groben Säuberung der Gehäuseteile als auch des Orgelinneren
  zerlegten wir vorsichtig den Oberbau, bauten die Ton- und Registertraktur.
  sowie die Windladen aus, demontierten den Unterbau und räumten das Positiv
  leer. Da das Gehäuse in der Brüstung eingemauert ist, entschlossen wir uns,
  es an Ort und Stelle zu belassen, um Beschädigungen zu vermeiden.
  Nachdem die wertvolle Fracht in unsere Werkstätte nach Feldkirch transpor-
  tiert worden war, begannen wir dort sämtliche Pfeifen im Istzustand zu 
  katalogisieren, das heißt die wichtigsten Erkennungsmerkmale wie z.B.
  Beschriftung, Durchmesser, Länge, Labienform und Labienbreite, Aufschnitt-
  höhe usw. zu erfassen, was später eine genaue Zuordnung ermöglicht.
  Nun mussten die Pfeifen, welche bei früheren Eingriffen überschrieben oder
  vertauscht worden waren, in mühevoller und zeitraubender Kleinarbeit wieder
  ihrem ursprünglichen Standort zugeteilt werden. Dies erwies sich als sehr 
  schwierig, denn oftmals konnte die Beschriftung nur noch mit der Lupe 
entziffert werden. 
  Der Originalbestand des Pfeifenwerks wurde ausrundiert, sämtliche Lötstellen
  kontrolliert sowie schadhafte Lötstellen und Pfeifenteile ausgebessert, was
  einen möglichst hohen Anteil der alten Substanz sichert. Laut der im Pfarr-
  archiv gefundenen Rechnungen, wurde die Stimmtonhöhe im Laufe der Jahre
  zweimal erhöht. Aus diesem Grund mussten alle Pfeifen bis ca. 1/2 Fuß ange-
  längt werden, um wieder zu der tieferen Stimmung zu gelangen. Aber auch 
  eine relativ hohe Anzahl von Fremdpfeifen, die nicht aus diesem Instrument 
  stammen, als auch die Doppelchöre der 2' Register, die zugestöpselt waren,
  mussten in originaler Machart angefertigt werden.
 

Zeitgleich erfolgte die Überarbeitung des Gehäuses sowie die Ergänzung der 

  fehlenden Teile, wie etwa die Türen der Seite und der Rückwand, Teile des 
  Hauptkranzes und der oberen Kränze. Anschließend wurden alle Holzteile 
  einer eingehenden Wurmbehandlung unterzogen.
  Aufgrund des Umbaus vor nicht allzu langer Zeit, der nicht zum bestens des
  Instruments geschah, ging die ursprüngliche Spiel- und Registertraktur, die
  die Klaviaturen, der Koppelmechanismus, die Windkästen, die Balganlage 
  und der Großteil der Holzpfeifen verloren. Darum mussten diese Teile 
  ,,Gattogetreu'' rekonstruiert werden, wozu als Vorlage vor allem die Orgel in
  Haitzendorf diente, welche sich mit hohem Anteil des Erbauungszustandes 
  präsentiert. 
  Auf Grund dieser Untersuchungen und der daraus gewonnenen Erkenntnis 
  wurden die Windkästen unter den Laden entfernt und original nachgebaut.
  Durch das Ausgießen der Kanzellen, das Abdichten der Spunde, das Neube-
  ledern der Ventile und das Abrichten der Schleifenbahnen kann deren 
  Dichtheit gesichert werden. Ebenso konnte dadurch die Spielmechanik und 
  alle fehlenden Teile wiederhergestellt werden. Durch die Recherchen von 
  Mag. Franz Reithner vom Orgelreferat der Diözese St. Pölten konnte der 
  Kontrakt aus dem Jahre 1775, als auch verschiedene alte Rechnungen 
  betreffend der Orgel aufgefunden werden, aus denen die Anzahl der Bälge 
  und andere wichtige Informationen hervorgehen. 
  Daraufhin wurde die alte, nicht mehr vorhandene Balganlage mit drei ein-
  faltigen Keilbälgen nachgebaut. 
  Bei der Intonation wurde besonderes Augenmerk darauf geworfen, dass
  möglichst keine Veränderungen vorgenommen wurden. Darüber hinaus 
  mussten die neu gefertigten Einzelpfeifen behutsam in das Gesamtkonzept 
  eingefügt werden, um als klangliche Einheit zu ertönen. 
 
   
   
  Disposition der Gatto Orgel
   
       
  Hauptwerk Positiv Pedal
       
  Principal 8´ Coppel 8´ Subbass 16´
  Bordun 8´ Flöte 4´  Principalbass 8´
  Octav 4´ Dulciana 4´ Quintbass 5 1/3'
  Flöte Octav 2´ Cornet 3-fach 4'
  Superoctav 2´ Mixtur 3-fach 1 1/3' Fagott 8'
  Quint 2 2/3'
  Mixtur 4-fach 1' Manualkoppel
     
     

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